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Stille Straßen schlafen noch im ersten Morgengrau
Silbern glänzt an grünen Blättern zart der letzte Tau
Tauben putzen auf dem Dach sich für den Tag heraus
Und die alte Gaslaterne geht ganz langsam aus
Polternd öffnet sich das erste große bunte Tor
Fensterläden gehen auf, Musik dringt an mein Ohr
Ein Zeitungsmann wie jeden Morgen läuft von Haus zu Haus
Und ein Bäckerjunge trägt schon warme Brötchen aus
In meiner Stadt blieb die Zeit für mich steh′n
In meiner Stadt, wo die Uhren anders geh'n
Und bin ich müde, schwach und matt
Und weiß mir keinen andern Rat
Dann besuch′ ich meine alte kleine Stadt
Zaghaft und noch missgestimmt schlägt die Turmuhr acht
Ganz allmählich ist die kleine Stadt vom Schlaf erwacht
Und räkelt sich noch trunken im ersten Sonnenschein
Und blinzelt ganz verlegen in den neuen Tag hinein
Der alte Nachtportier kommt wieder heim auf seinem Rad
Der erste müde Autobus schleicht schon durch die Stadt
Und an der Ecke öffnet sich bereits ein Frühcafé
Und übernächtig sagt ein Liebespaar sich leise Adieu
In meiner Stadt blieb die Zeit für mich steh'n
In meiner Stadt, wo die Uhren anders geh'n
Und bin ich müde, schwach und matt
Und weiß mir keinen andern Rat
Dann besuch′ ich meine alte kleine Stadt
Ich laufe wie betäubt umher durch nasses frisches Gras
Und mess′ die Welt, in der ich leb', mit einem neuen Maß
Den Nachbarn, der noch über′n Gartenzaun herüberschaut
Den Trinker, der sich still und leis den Fusel selber braut
Ich seh' die Waschfrau, die auf bunten Wiesen Tücher bleicht
Den Tagedieb, der dunkel um die Häuserecken streicht
Hier fühl′ ich mich geborgen, hier möcht' ich nicht mehr raus
Auf diesem Fleckchen Erde, ja, da ist mein Zuhaus
In meiner Stadt blieb die Zeit für mich steh′n
In meiner Stadt, wo die Uhren anders geh'n
Und bin ich müde, schwach und matt
Und weiß mir keinen andern Rat
Dann besuch' ich meine alte kleine Stadt
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Writer(s): Gunter Gabriel Lyrics powered by www.musixmatch.com
