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Großvater, erzähl mir eine Geschichte
Also gut, geh und hol dein Märchenbuch
Nein, kein Märchen, eine richtige Geschichte
Eine richtige Geschichte?
Ja, erzähl mir von früher, als du ein Junge warst
Oh, das ist aber schon sehr lange her
Also gut, ich war ungefähr so alt wie du und arbeitete auf dem Feld
Wie alle anderen Jungen auch
Überhaupt mussten damals alle Menschen immer nur arbeiten
Selbst bei klirrender Kälte
Und es war immer und überall eiskalt damals
Und grau und ernst
Niemand feierte, niemand freute sich
Ich stand also auf dem Feld wie jeden Tag
Doch an diesem Tag lag etwas in der Luft
Die Tiere waren unruhig und schwarze Wolken verdunkelten den Himmel
Plötzlich begann der Boden unter mir zu beben
Die Luft war erfüllt von Donnergrollen
Und da sah ich sie auch schon
Die Armeen der Ernsthaftigkeit und der Langeweile waren gekommen
Um ihr finsteres Werk zu vollenden
In einiger Entfernung blieben sie bedrohlich stehen
Als ob sie auf etwas warteten
Ich war wie gelähmt vor Entsetzen
Plötzlich erhob sich ein stürmischer Wind aus dem Süden
Und am Horizont erschien ein Reiter
Bewaffnet mit einer rosafarbenen sechsseitigen Streitaxt
Und gefolgt vom sagenumwobenen Heer der Narren
Dann kam ein zweiter Reiter aus nördlicher Richtung
Er trug einen strahlenden weißen Speer
Der ebenfalls mit sechs Seiten bespannt war
Mit ihm erschien die legendenumwitterte Schwadron der Schelme
Aus dem Osten kam ein dritter
Er schwang eine riesige rosa Keule
Die mit vier dicken Stahlseilen verstärkt war
Ihm folgte die grellbunte Kompanie der Clowns
Und schließlich näherte sich ein vierter Reiter aus dem Westen
Dessen riesige Schlachtentrommeln
Ebenfalls diese seltsame rosa Farbe trugen
Er wurde begleitet vom laut krakeelenden Chor der Kasper
Die vier Reiter und ihre Streitkräfte
Waren den Armeen der Ernsthaftigkeit und Langeweile
Zahlenmäßig weit unterlegen
Doch Furcht suchte man in ihrem Blick vergeblich
Es erhob sich große Stille
Mir schlug das Herz bis zum Halse
Dann blies plötzlich heftiger Sturm aus allen vier Himmelsrichtungen
Die vier Reiter erhoben ihre Waffen und
Ließen ihr Kampfgelächter erschallen
Das war das Zeichen zum Angriff
Gemeinsam mit ihren Streitkräften galoppierten die vier
Auf die Armeen der Finsternis zu
Mit gewaltigem Donner prallten die Heerscharen aufeinander
Vor Schreck wurde ich ohnmächtig
Als ich erwachte, lag Rauch in der Luft
Die Erde war getränkt mit Bier
Die Armeen der Ernsthaftigkeit und
Langeweile waren vernichtend geschlagen
Die meisten ihrer Krieger hatten sich totgelacht
Und ihre Anführer wurden durch Kitzeln zum Lachen gezwungen
Die vier Reiter und das gesamte Volk feierten den glorreichen Sieg
Und die Befreiung der Unterdrückten
Mit einem riesigen ausgelassenen Fest
Und seit diesem Tag war unsere Welt
Nie mehr grau, ernst und langweilig
Na, hat dir die Geschichte gefallen?
Oh ja, sie war großartig
Da bin ich aber froh und jetzt ins Bett mit dir
Großvater?
Ja?
Wer waren denn die vier Reiter?
Wer sie waren?
Sie waren die Verteidiger des Blödsinns
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Writer(s): Hannes Holzmann, Vito Cee Lyrics powered by www.musixmatch.com
