Du kannst fliegen Lyrics

Reinhard Mey

Ich kannte alle Flugzeuge allein an ihrem Klang
Da hockte ich siebenjähriger Zwerg
Und sah sie landen und ich sah sie starten stundenlang
In Tempelhof von meinem Ausguck auf dem Trümmerberg

Zu Haus nahm ich das Sonntagshemd, fast neu und himmelblau
Und malte mir vier goldene Streifen dran
Ich kriegte Riesenärger, aber ich wusste genau
Ich kann fliegen
Ja, ich kann

Du kannst fliegen
Ja, du kannst
Lass den Wind von vorne weh′n
Breite die Flügel, du wirst seh'n
Du kannst fliegen
Ja, du kannst

Was ich da in der Schule lernen sollte, lernt ich nie
Und was ich lernen wollte, sollt ich nicht
Ich wollte kühne Taten und sie wollten Theorie
Also schwänzte ich kühn und von vornherein den Unterricht

Wie wurde mir beim Nachsitzen das Klassenzimmer klein
Und gleichzeitig der Himmel draußen groß
Ich malte mir ein Flugzeug in mein Heft und ich stieg ein
Und rollte in die Startbahn und flog los

Du kannst fliegen
Ja, du kannst
Lass den Wind von vorne weh′n
Breite die Flügel, du wirst seh'n
Du kannst fliegen
Ja, du kannst

Da sind die stolzen Höhenflüge in gleißendem Licht
Und dunkle Wolken überm Lebenstal
Auf deinen Flügeln lastet das ganze Erdengewicht
Und doch jenseits der Finsternis leuchtet dir ein Fanal

Der Sinn ergibt sich dir oft nur aus der Ferne geseh'n
Und dann wird auch Untragbares dir leicht
Die Flugmaschine muss nur in deinen Gedanken steh′n
Und schon ein Blatt Papier als Startbahn reicht

Du kannst fliegen
Ja, du kannst
Lass den Wind von vorne weh′n
Breite die Flügel, du wirst seh'n
Du kannst fliegen
Ja, du kannst

Du kannst fliegen
Ja, du kannst
Lass den Wind von vorne weh′n
Breite die Flügel, du wirst seh'n
Du kannst fliegen
Ja, du kannst

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