Das war nicht der wortkarge Pförtner
Im Haus an der Havelchaussee
Den ich durch das Türchen im Fenster

Um eine Auskunft bat
Es war der lächelnde Concierge
In seiner goldbetreßten Livree
Der mit angedeuteter Verneigung
Vor seinem Tresen trat
Und mit sanfter Stimme zu mir sprach
In dieser Nacht und ich steh
Im River Hotel Bar and Restaurant
Phnom Penh am Sisowath Quay

Mr. Lee hat ausgecheckt
Wie er das gerne macht
Hat keinen von uns aufgeweckt
Ging mitten in der Nacht

Nein, Sir, niemand weiß genau
Wann er kommt und geht

Bis er lächelnd irgendwann
So wie Sie dort vor mir steht

Fragen Sie den Mann mit dem Taxi
Der fährt ihn, wenn er verreist
Oder den, der auf seinem Tuk-Tuk schleppt
Das in der Auffahrt hält

Der bringt ihn heim spät in der Nacht
Und am Tag in die Stadt und es heißt
Er sitzt gern in dem Gärten unten am Fluss
Und wenn die Dämmerung fällt
Bringt er eine Handvoll Räucherstäbchen
Gebündelt wie ein Geschenk
Zu den Seelen der Geschundenen
In den Mauern von Tuol Sleng

Mr. Lee hat ausgecheckt
Wie er das gerne macht
Hat mir zehn Dollar zugesteckt
Mr. Lee hat gelacht
Mr. Lee sagt nie Bescheid
Nennt kein Reiseziel
Sir, bedaure, tut mir leid
Mr. Lee redet nicht viel

Fragen Sie jeden Losverkäufer
Jeden Bettler in Phnom Penh
In den Garküchen, in den Spelunken
Alle kennen ihn hier im Revier
Jeder sagt: "Der weiße Elefant"
Wie ihn die Kinder hier nennen
Bleibt nie lange fort, der kommt immer wieder
Sir, glauben Sie mir

Fragen Sie in den Wellblechhütten
Fragen Sie jeden Skipper am Pier
Wenn Mekong und Tonle Sap südwärts fließen
Ist er wieder hier

Die Nacht senkt sich im Regen
Auf das Haus an der Havelchaussee
Und die Sonne geht auf über Phnom Penh
Und über dem Sisowath Quay

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